Moritz's Bier-BLOG

Was ist eigentlich Craftbeer?

02. June 2017, admin - Moritz's Bier-BLOG

 

Vor rund 30 Jahren haben in den USA Mikro-Brauereien mit ihren ersten Gehversuchen den kulinarischen Aufstand gegen die Einheitsbiere der vornehmlich in Milwaukee ansässigen Großbrauereien geprobt. Mit zunächst zweifelhaften Ergebnissen: Bisweilen sahen die ersten Weißbiere aus wie ein Eierflip – und so schmeckten sie auch. Nach und nach verbesserte sich die Qualität, in der neuen Welt besann man sich der alten europäischen Braurezepte und holte auch fast vergessene Verfahren wie z.B. das Hopfenstopfen wieder aus der Versenkung. Mittlerweile haben die amerikanischen Kleinbrauereien 12 Prozent des US-Biermarktes erobert, unter anderem mit dem „India Pale Ale“ (IPA), das als Flaggschiff der modernen Craftbiere gilt (Probiert unser "Strong Jack-IPA"!)
Was für deutsche Kleinbrauer keineswegs Neuland ist, zumal sie seit jeher auf ihre Handwerkskunst vertrauen, denn nichts anderes bedeutet das Wort „Craft“. Die Craftbier-Bewegung hat den Kleinbrauern neuen Auftrieb und Anerkennung verschafft und die Biervielfalt vergrößert durch neue Geschmacksausprägungen. Gutes Bier ist wieder etwas wert!

Definition Craftbeer
Definitionen für den Begriff Craftbeer gibt es viele und die meisten sind genauso unpräzise wie fehleranfällig. Im Geburtsland des Craftbeers wird es von der US-amerikanischen Brewers Association folgendermaßen definiert: "An American craft brewer is small, independent and traditional." Klein/small: Max. 9,5 Mio Hektoliter Jahresausstoß. Unanhängig/independent: Max. 25% gehören einem Konzern. Traditionell/traditional: Ein Bier muss größenteils aus Wasser, Malz und Hopfen bestehen. Auf die Biermarke Erdinger Weißbier passen alle diese Vorgaben, aber ist es deswegen eine Craftbeerbrauerei? Wohl kaum.

Was ist dann Craftbeer?
Obwohl Deutschland gerne als das Mutterland des Bieres vermarktet wird und deutsches „Fernsehbier“ auf der ganzen Welt getrunken wird ließ die Biervielfalt in Deutschland lange zu wünschen übrig. Immer mehr kleine Brauereien mussten schließen, da sie mit dem günstigen Einheitsprodukt a la Radeberger oder Becks nicht mithalten konnten.

Doch zum Glück hat sich dies geändert: Qualität, Handwerk und Individualität sind beim Verbraucher wieder etwas wert. Seit vielen Jahren wächst die Zahl der Brauereien in Deutschland wieder. Vor allem kleine, kreative Brauereien sind dafür verantwortlich.

Und so definieren wir im Schlössle Craftbeer als Biersorten die neben dem Einheitsbrei industrieller Massenproduktion kunstvoll mit viel Handwerk hergestellt wurden und mit neuen, traditionellen oder in Vergessenheit geratenen Zutaten, Rezepturen und Verfahren liebevoll in kleinen Auflagen hergestellt wurden. Beispiele dafür sind Sorten wie ein IPA, Imperial Stout oder auch historische Biersorten wie ein Bamberger Rauchbier.

Ob im traditionellen oder neuen Gewand - eines haben die Craftbiere der Kleinbrauer gemeinsam: einen individuellen Charakter fernab der Massenware - und die Braumeister kennen jeden Liter ihrer Produktion!

Was ist eigentlich Craftbeer?